Durak wird meistens für zwei Spieler erklärt. Am Tisch sitzen aber oft drei oder vier Leute, und dann ändert sich mehr, als man zunächst denkt. Mehrere Spieler können gleichzeitig Druck machen, die Reihenfolge beim Nachziehen wird wichtig, und am Ende gibt es mehrere Gewinner, aber nur einen Durak. Dieser Artikel erklärt, wie Durak mit drei und vier Spielern abläuft und wie Durak Advanced die Regeln umsetzt.
Karten und Austeilen
Gespielt wird mit 36 Karten von der Sechs bis zum Ass. Jeder Spieler bekommt sechs Karten, der Rest bildet den Stapel. Die unterste Karte des Stapels liegt offen und bestimmt die Trumpffarbe. Sie wird als letzte Karte gezogen.
- Zu dritt werden 18 Karten ausgeteilt, 18 bleiben im Stapel.
- Zu viert werden 24 Karten ausgeteilt, nur 12 bleiben im Stapel.
Schon das verändert das Spiel. Zu viert ist der Stapel nach wenigen Runden leer. Die Phase, in der man schlechte Karten noch durch Nachziehen ersetzen kann, ist kurz, und die Endphase beginnt früh.
Wer beginnt und wer verteidigt
Den ersten Angriff spielt, wer den niedrigsten Trumpf auf der Hand hat. Verteidigen muss der nächste Spieler im Uhrzeigersinn. Auch danach geht das Spiel reihum im Uhrzeigersinn weiter. Jede Runde hat genau einen Verteidiger, aber bei drei oder vier Spielern mehrere mögliche Angreifer.
Wer darf angreifen?
Der Hauptangreifer eröffnet die Runde mit einer beliebigen Karte. Danach dürfen Karten nachgelegt werden, deren Rang schon auf dem Tisch liegt, egal ob als Angriffs- oder als Verteidigungskarte. Genau hier unterscheiden sich viele Hausregeln. Verbreitet sind zwei Varianten:
- Alle Spieler außer dem Verteidiger dürfen nachlegen.
- Nur die beiden Nachbarn des Verteidigers dürfen nachlegen.
Durak Advanced verbindet beides. In der ersten Runde einer Partie dürfen alle anderen Spieler nachlegen. Ab der zweiten Runde greifen nur noch die beiden direkten Nachbarn des Verteidigers an.
Zu dritt macht das keinen Unterschied, denn die beiden anderen Spieler sind immer die Nachbarn des Verteidigers. Zu viert sitzt ab der zweiten Runde der Spieler gegenüber dem Verteidiger aus. Er muss in dieser Runde weder passen noch sonst etwas tun.
Nachlegen ist auch erlaubt, wenn frühere Angriffskarten noch nicht geschlagen sind. Der Verteidiger kann also von zwei Seiten gleichzeitig unter Druck geraten. Jeder Angreifer passt für sich. Die Runde ist erst vorbei, wenn alle berechtigten Angreifer gepasst haben und der Verteidiger alles geschlagen oder aufgenommen hat. Kommt eine neue Karte auf den Tisch, dürfen auch Spieler, die schon gepasst hatten, wieder nachlegen.
Wie viele Karten dürfen auf den Tisch?
Auch mit mehreren Angreifern gilt eine gemeinsame Obergrenze. Es dürfen nie mehr Angriffskarten liegen, als der Verteidiger zu Beginn der Runde auf der Hand hatte. In Durak Advanced kommt eine zweite Grenze dazu: Bis zur ersten erfolgreich abgewehrten Runde der Partie sind höchstens fünf Angriffskarten erlaubt, danach höchstens sechs.
Zu viert ist diese Grenze schnell erreicht. Zwei Angreifer teilen sich denselben Platz auf dem Tisch, und wer zu lange wartet, kann gar nicht mehr nachlegen.
Aufnehmen
Kann oder will der Verteidiger nicht weiter schlagen, nimmt er auf. Die Angreifer dürfen dann noch passende Karten dazulegen, solange die Obergrenze nicht erreicht ist. Danach nimmt der Verteidiger alle Karten vom Tisch auf die Hand. Mit zwei Angreifern wird eine Aufnahme deshalb oft deutlich teurer als in einer Partie zu zweit.
Nachziehen und der nächste Angriff
Nach jeder Runde füllen die Spieler ihre Hand wieder auf sechs Karten auf, solange der Stapel reicht. Die Reihenfolge ist fest: zuerst der Hauptangreifer, dann die anderen Spieler im Uhrzeigersinn und der Verteidiger zuletzt. Gegen Ende entscheidet diese Reihenfolge darüber, wer die letzten Karten bekommt und wer den offenen Trumpf zieht.
Wer als Nächstes angreift, hängt vom Ausgang der Runde ab:
- Hat der Verteidiger alles geschlagen, wird er selbst zum Hauptangreifer.
- Hat er aufgenommen, wird er übersprungen. Dann greift der Spieler nach ihm an.
Zu dritt und zu viert ist dieses Überspringen eine echte Strafe. Wer aufnimmt, bekommt nicht nur Karten, sondern verliert auch die Gelegenheit, selbst anzugreifen und Karten loszuwerden.
Schieben mit mehreren Spielern
Im Schiebe-Durak darf der Verteidiger den Angriff weitergeben, solange noch keine Karte geschlagen ist. Dazu legt er eine Karte vom gleichen Rang wie alle Angriffskarten dazu. Dann muss der nächste Spieler verteidigen, und wer geschoben hat, wird zum Hauptangreifer. Mit drei oder vier Spielern kann ein Angriff so mehrmals um den Tisch wandern und dabei immer größer werden.
Zwei Grenzen verhindern, dass das ausufert. Nach dem Schieben dürfen nicht mehr Karten auf dem Tisch liegen, als der neue Verteidiger auf der Hand hat, und auch die Obergrenze von fünf oder sechs Karten gilt weiter. Die Unterschiede zwischen Standard- und Schiebe-Durak erklärt unser Artikel über die klassischen Varianten.
Das Ende der Partie
Ist der Stapel leer, scheidet aus, wer keine Karten mehr hat. Die übrigen Spieler machen weiter, und ausgeschiedene Spieler werden beim Angreifen, Verteidigen und Nachlegen übersprungen. Wer am Ende als Letzter noch Karten hält, ist der Durak. Werden alle verbliebenen Spieler ihre Karten gleichzeitig los, endet die Partie unentschieden.
Zu viert können also drei Spieler gewinnen, während nur einer verliert. Das verändert die Haltung am Tisch: Es kommt weniger darauf an, als Erster fertig zu sein, als darauf, nicht der Letzte zu bleiben.
Taktik am größeren Tisch
Viele Grundsätze aus unserem Artikel über Angriff und Verteidigung gelten auch hier. Mit drei oder vier Spielern kommen ein paar Besonderheiten dazu:
- Merke dir mehr Karten. Am größeren Tisch liegen in jeder Runde mehr Karten offen. Wer sich die gespielten Ränge merkt, erkennt früher, wann ein Nachlegen möglich ist und wann nicht.
- Denke an die nächste Runde. Hat der Verteidiger alles geschlagen, greift er selbst an, und verteidigen muss sein Nachbar im Uhrzeigersinn. Sitzt du dort, geht deine nächste Abwehr direkt gegen ihn.
- Spare Trümpfe länger. Zu viert ist der Stapel schnell aufgebraucht, und in der Endphase sind Trümpfe oft die einzigen Karten, mit denen man noch sicher abwehrt.
- Lass den anderen Angreifer nicht alles wegnehmen. Die Obergrenze gilt für beide Angreifer zusammen. Wer eine gute Karte zum Nachlegen hat, sollte sie nicht zu lange zurückhalten.
- Achte auf die Ziehreihenfolge. Kurz bevor der Stapel leer ist, lässt sich abschätzen, wer den offenen Trumpf bekommt.
- Schiebe mit Bedacht. Jedes Schieben legt eine weitere Karte auf den Tisch. Kann der nächste Spieler zurückschieben, landet ein größerer Angriff schnell wieder bei dir.
Teams und Zeitlimits
Zu viert wird an manchen Tischen in zwei Teams gespielt, wobei die Partner einander gegenübersitzen. Durak Advanced kennt diese Teamvariante nicht: Jede Partie ist jeder gegen jeden.
In Durak Advanced sorgen Zeitlimits dafür, dass niemand die Runde aufhält. Wer als Angreifer weder rechtzeitig nachlegt noch passt, passt automatisch. Läuft die Zeit des Verteidigers ab, nimmt er auf. Eröffnet der erste Angreifer eine Runde nicht innerhalb von 60 Sekunden, verliert er die Partie.
Ausprobieren
Am schnellsten versteht man die Regeln für mehrere Spieler beim Spielen. In Durak Advanced kannst du Partien mit zwei bis vier Spielern gegen Bots spielen oder einen Raum öffnen und Freunde einladen. Probiere eine Partie zu dritt und eine zu viert und achte darauf, wie anders sich das Nachlegen und die Endphase anfühlen.