Im klassischen Durak steht die Trumpffarbe vom ersten bis zum letzten Zug fest. Wer früh ein paar hohe Trümpfe sammelt und sie bis zum Schluss aufhebt, geht mit einem klaren Vorteil ins Endspiel. Der Spielmodus Doppeltrumpf-Durak in Durak Advanced stellt genau diese Gewissheit infrage: Im Laufe der Partie wechselt die Trumpffarbe einmal, und welche Farbe danach gilt, erfährst du erst im letzten Moment. Dieser Artikel erklärt, wie die Regel funktioniert und warum sie das Spiel spannender macht.
Einen Überblick über alle eigenen Modi von Durak Advanced, darunter auch Schummel-Durak, findest du in unserem Artikel über Doppeltrumpf, Schummeln und kombinierte Modi.
So funktioniert der Doppeltrumpf
Gespielt wird wie gewohnt mit 36 Karten von der Sechs bis zum Ass, und jeder Spieler erhält sechs Karten. Der Unterschied liegt am Boden des Nachziehstapels. Dort liegen zwei Trumpfanzeiger:
- Die offene Karte bestimmt die erste Trumpffarbe, genau wie im Standard-Durak.
- Darunter liegt verdeckt eine zweite Karte. Sie hat garantiert eine andere Farbe als die erste. Ihre Farbe wird später zum neuen Trumpf.
Beide Karten gehören zum normalen Kartensatz, es kommen also keine zusätzlichen Karten ins Spiel. Sie werden ganz normal nachgezogen: die offene erste Trumpfkarte als vorletzte Karte des Stapels, die verdeckte zweite als allerletzte.
Den ersten Angriff spielt, wer den niedrigsten Trumpf der ersten Farbe auf der Hand hat. Solange noch Karten im Stapel liegen, gilt die erste Trumpffarbe.
Der Moment des Wechsels
Der Wechsel geschieht, sobald der Stapel beim Nachziehen nach einer Runde leer wird. Ab der nächsten Runde ist die Farbe der zweiten Anzeigekarte Trumpf, und zwar bis zum Ende der Partie. Erst in diesem Moment wird die zweite Farbe aufgedeckt.
Wichtig ist der genaue Zeitpunkt: Nachgezogen wird immer zwischen zwei Runden. Eine Verteidigung, die gerade abgeschlossen wurde, behält deshalb ihre Gültigkeit. Niemand verliert mitten in einer Runde, weil sich die Trumpffarbe plötzlich ändert.
Ab dem Wechsel sind die Karten der ersten Trumpffarbe ganz gewöhnliche Karten. Ein Ass der alten Trumpffarbe schlägt dann nur noch Karten seiner eigenen Farbe. Die Karten der neuen Trumpffarbe dagegen schlagen alles andere.
Warum die Regel das Spiel interessanter macht
Horten wird riskant
Im Standard-Durak lautet eine der wichtigsten Faustregeln: Hebe deine hohen Trümpfe für das Endspiel auf. Im Doppeltrumpf kann genau das nach hinten losgehen. Wer bis zum Schluss drei Trümpfe der ersten Farbe festhält, steht nach dem Wechsel womöglich mit drei gewöhnlichen Karten da.
Dadurch entsteht eine echte Abwägung. Setzt du einen alten Trumpf jetzt ein, solange er noch zählt? Oder behältst du ihn für den Fall, dass die Partie vor dem Wechsel entschieden wird? Es gibt keine Antwort, die immer richtig ist, und genau das macht jede Runde gegen Ende des Stapels interessant.
Unsicherheit über die zweite Farbe
Die zweite Trumpffarbe bleibt verborgen, bis der Stapel leer ist. Du weißt nur, dass sie nicht der ersten Farbe entspricht. Damit kommen drei Farben infrage, und jede Karte dieser drei Farben könnte im Endspiel plötzlich sehr wertvoll werden.
Das verändert, wie du deine Hand bewertest. Eine hohe Karte einer gewöhnlichen Farbe ist im Doppeltrumpf mehr wert als im Standard-Durak, weil sie zum Trumpf werden kann. Wer seine starken Karten über mehrere Farben verteilt behält, ist für jeden Ausgang des Wechsels gerüstet.
Mehr Spannung im Endspiel
Im klassischen Durak ist das Endspiel oft vorhersehbar: Wer die meisten hohen Trümpfe hat, gewinnt meistens. Im Doppeltrumpf werden die Karten kurz vor dem Ende noch einmal neu gemischt, zumindest was ihren Wert betrifft. Ein Spieler, der lange in Bedrängnis war, kann nach dem Wechsel plötzlich die stärkere Hand haben. Partien bleiben dadurch länger offen, und Comebacks werden häufiger.
Die letzte Karte zählt doppelt
Die verdeckte zweite Anzeigekarte wird als allerletzte Karte gezogen. Wer sie bekommt, hält damit garantiert eine Karte der neuen Trumpffarbe in der Hand. Weil nach jeder Runde in fester Reihenfolge nachgezogen wird, erst der Angreifer, dann die übrigen Spieler und zuletzt der Verteidiger, lohnt es sich, gegen Ende mitzuzählen, wer diese Karte bekommen wird.
Strategietipps für den Doppeltrumpf
- Behalte die Zahl der Karten im Stapel im Blick. Je näher der Wechsel rückt, desto weniger sind die alten Trümpfe wert.
- Setze alte Trümpfe lieber etwas früher ein als im Standard-Durak, vor allem zum Verteidigen, solange sie noch stechen.
- Wirf hohe Karten der drei anderen Farben nicht leichtfertig ab. Eine davon wird Trumpf.
- Achte auf die vorletzte und die letzte Karte des Stapels und darauf, wer sie ziehen wird.
- Plane den ersten Zug nach dem Wechsel: Mit Karten der neuen Trumpffarbe kannst du nun sicher verteidigen, und mit den entwerteten alten Trümpfen lassen sich gegebenenfalls Angriffe eröffnen.
Die allgemeinen Grundsätze aus unserem Artikel über Strategie für Angriff und Verteidigung gelten weiterhin. Der Doppeltrumpf verschiebt vor allem die Frage, wann eine Karte wertvoll ist.
Doppeltrumpf mit Schieben
Durak Advanced bietet den Doppeltrumpf auch in Kombination mit Schiebe-Durak an, als Modus Doppeltrumpf-Schiebe-Durak. Dort gelten zusätzlich die üblichen Regeln zum Weiterschieben eines Angriffs. Außerdem gibt es nur in diesem Modus eine Sonderregel: Wer am Zug ist, darf die Sechs der ersten Trumpffarbe gegen die offen liegende Trumpfkarte tauschen, wenn diese ein Ass ist und noch im Stapel liegt. Die Sechs nimmt dann den Platz des Asses ein, die verdeckte zweite Karte darunter bleibt unverändert. Der Tausch kostet keinen Zug und ändert die Trumpffarbe nicht. Ob sich das Ass lohnt, hängt natürlich davon ab, wie lange es noch Trumpf bleibt.
Wie das Weiterschieben im Einzelnen funktioniert, erklärt unser Vergleich von Standard- und Schiebe-Durak.
Jetzt selbst ausprobieren
Am besten lernst du den Doppeltrumpf, indem du ihn spielst. Wähle in Durak Advanced beim Erstellen einer Partie den Modus Doppeltrumpf-Durak und übe zunächst gegen Bots. Schon nach wenigen Partien merkst du, wie sehr der eine Farbwechsel deine Entscheidungen verändert.